[a.l.S. 724] [a.l.S. Bonifacii Verrichtungen.] Die...

[a.l.S. 724] [a.l.S. Bonifacii Verrichtungen.] Diesem überreichte nun Bonifacius, da er folgendes Jahrs 724. in Teutschland wiederümb anlangte, des Pabsts Briefe, und erlangte dardurch von ihm einen Fürstlichen Schutz Brief: Zog damit in Heßen auf das Eichsfeld auf Gottingen zu, und wieder zurück gen Meinz, sodann durch das Hildesheidnische und Bremische Land in Frießland, von dar wieder herüber auf Osteroda, Ilfeld und Lohra, und dann ins Land wieder herein zum Grafen und Herren: Wiese ihnen seine Briefe, und strich beydes Christum den Herrn und den Pabst zu Rom, als S(ancti) Petri Nachfolger, der die Schlüßel zu dem Himmelreich trüge, tapfer heraus: strafte diejenigen Priester, die da übellebten, oder sich nach Römischer Manier nicht verhielten: Hatte zu Hofe Gunst, und bey dem Volck Ansehen, wie dann, was new, frembd und gleißend von außen ist, den Leuten angenehm ist: und war ohne schew und Verdruß eifrig wieder die Heidnische Abgötterey und Unwißenheit. [a.l.S. 728] Der erste Herr in Türingen, welcher auf sein Zureden vom Heidenthumb sich bekehrete, und ein Stück Gutes zum Gottes Dienste gab, (: geschah a(nn)o 728. :) war ein Edelman unter den Grafen von Kefernburg geseßen, der hieß Hugo: [a.l.S. Ohrdruf.] Welcher zum Peter Closter zu Ordruf ein stattliches stifftete; und folgte ihm hierinnen nach sein Nachbar Albold.

[a.l.S. Komt gen Erffurt.] Zu selbiger Zeit nun, da Er also in Türingen ümbreisete, kam er auch gen Erffurt, da auch noch manch ungläubiges Volck und Heiden wahren, die gegen der Stadt über auf gemeldter Wagweide oder Wagede, [a.l.S. Wagede, ein Wald über Erffurt.] (: wie man etwa vorgeben hat :) solten gedienet haben ihrem Abgotte, Wage genant. [a.l.S. Wage Abgott der Erffurter wird vertilgt.] Als nu Bonifacius dawar, sich auf dem Petersberge aufhielt, und auch anhub, Christum zupredigen, und sie, daß sie ihm hinauf in den Wald solten nachfolgen, und droben unter den Eichen solchen Gott ümbhawen, anmahnen, sie auch folgeten, und an den Ohrt kamen, da iezt das eußerste Löber Thor ist, soll sich vom Walde her, gegen der Stadt ein greulicher brausender Sturmwind erhoben haben, (: wie die alte sage ferner gehet:) daß die Bürger erschrocken, und sich fortzugehen fürchteten: machten ihnen Gedanken, es were solcher Wind des AbGotts Zorn, der würde Sie ihres Vornehmens wegen strafen, und stunden stille. Doch aber da da Sie Bonifacius ermahnete, nur mit ihme fortzugehen, und den Teufel, der Sie bis dahin verführet hette, mit seinem Gözen nicht zu achten, thäten Sie solches, und sahen darauf ihres alten Abgotts fall und zerhawene Stücke. Ließen sich vollend alle tauffen, und hörte nachfolgends das altvetterliche Heidenthumb [a.l.S. Heidenthumb hört zu Erffurt auff.] zwar auf; hingegen aber kam der Christliche Gottesdienst stärcker und allein in schwang,

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Sammlung:
Erfurter Chronik
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[a.l.S. 724] [a.l.S. Bonifacii Verrichtungen.] Die...
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https:editionenportal.de/item/Evangelisches-Augustinerkloster-Erfurt_Msc83_0028
Aufrufdatum:
06.04.2025
Metadaten:
Titel:
[a.l.S. 724] [a.l.S. Bonifacii Verrichtungen.] Die...
Alternativer Titel:
Chronica von Thüringen und der Stadt Erffurth insonderheit. - von Jahr 320 bis 1628. geschrieben von M. Zachar. Hogel II. wayl. Pastor. S. Joannis.
Projektklassifikation:
Erfurter Chronik
Besitzende Institution / Datengeber:
Bibliothek des Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt
Objekttyp:
Handschriften
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0028
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