Hinweis: Um die korrekte Darstellung der Seite zu erhalten, müssen Sie beim Drucken die Hintergrundgrafiken erlauben.
Das Jenaer Martyrologium
Erdmuthe von Reuß-Ebersdorf
Erfurter Chronik

Das Jenaer Martyrologium

Martyrologien sind nach dem Kalender geordnete Verzeichnisse christlicher Märtyrer, also Heiliger, die während der Christenverfolgung ihr Leben für ihren Glauben gelassen haben. Während sich lateinische Martyrologien zu Tausenden erhalten haben, kennen wir heute nur wenige in den Volkssprachen. Die um 1275 in Thüringen entstandene, 1549 mit der Wittenberger Bibliotheca Electoralis nach Jena gelangte Handschrift Ms. Bos. q. 3 der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena enthält das älteste deutschsprachige Martyrologium. In dieser einzigartigen Handschrift werden die Martyrien der Heiligen nicht allein in Erzählungen, sondern auch in eindrucksvollen Bildern vergegenwärtigt. Jedem Tageseintrag lässt sich ein Bildstreifen zuordnen, der Szenen aus den jeweiligen Legenden zum Gegenstand hat.

Für die Internetpräsentation wurden die Texte des Jenaer Martyrologiums transkribiert und Erläuterungen zu den Bildern verfasst.

Weiterführende Literatur: www.db-thueringen.de

Erdmuthe von Reuß-Ebersdorf

Die digitale Edition der Briefe Erdmuthe Benignas von Reuß-Ebersdorf (1670-1732) erschließt die Korrespondenz einer kleinstaatlichen Regentin um 1700. Als open-access-Angebot macht sie die historische Vielfalt Thüringens, die nicht nur männlich, ernestinisch und lutherisch-orthodox, sondern auch weiblich, reußisch und pietistisch war, für ein breites Publikum sichtbar.

Im wissenschaftlichen Kontext besitzen die edierten Briefe eine fächerübergreifende Relevanz. Sie berühren die geschlechtergeschichtlich akzentuierte Frage nach der Ausgestaltung weiblicher Regentschaft ebenso wie das religionsgeschichtliche Interesse an der Ausgestaltung pietistischer Frömmigkeit. In sprachgeschichtlicher Hinsicht nimmt die Korrespondenz Erdmuthe Benignas Bezug auf die Diskussion um Religion als weiblichen Handlungsraum.

Zugleich versteht sich die Edition als ein Beitrag zur Erprobung und Weiterentwicklung der Digital Humanities im Allgemeinen und der digitalen Editorik im Besonderen.

Webseite: erdmuthe.thulb.uni-jena.de

Erfurter Chronik

Digitale Edition der „Chronica von Thüringen und der Stadt Erffurth insonderheit“

Die von dem Erfurter Pfarrer Magister Zacharias II Hogel (1611-1676) verfasste „Chronica von Thüringen und der Stadt Erffurth insonderheit“ gilt als die bedeutendste und wertvollste aller Erfurter Chroniken. Für die Erforschung der Stadtgeschichte und darüber hinaus der thüringischen Landesgeschichte ist sie unverzichtbar. Ihr Berichtszeitraum erstreckt sich vom Jahr 320 bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts. Neben der Schilderung politischer Ereignisse, religiöser Verhältnisse, dynastischer Beziehungen, alltagsweltlicher Begebenheiten und aufsehenerregender Vorfälle legt Hogel besonderes Augenmerk auf die Darstellung der Erfurter Bildungs- und Wissenschaftsgeschichte.

Die digitale Edition der Hogelschen Chronik stellt ein herausragendes Werk der frühneuzeitlichen Stadtgeschichtsschreibung in Thüringen einem breiten Interessentenkreis zur Verfügung und erfüllt damit nicht zuletzt einen „Wunsch aller Erfurter Geschichtsfreunde“ (Alfred Overmann, 1948). Das für zahlreiche historische Disziplinen relevante Material kann der Forschung auf verschiedenen Gebieten neue Impulse vermitteln.

Webseite: www.bibliothek-augustinerkloster.de

Haussknecht Reisetagebuch
Schaufenster Reformation
Stammbuch der Walpurgisherren

Haussknecht Reisetagebuch

Die Reisen des Botanikers Carl Haussknecht (1838–1903) in das Osmanische Reich und nach Persien (1865 und 1866–1869). - Die kommentierte digitale Edition seiner Tagebücher.

Der Thüringer Botaniker Carl Haussknecht, dessen umfangreiche Pflanzensammlung den Grundstock des bedeutenden Herbarium Haussknecht bildet (heute Teil der Friedrich-Schiller-Universität Jena), brach 1865 zu einer ersten, einjährigen Reise in das Osmanische Reich auf; eine weitere Reise, diesmal auch in Gebiete des Persischen Reiches, erfolgte von 1866 bis 1869.

Während dieser Reisen verfasste er ein handschriftliches Reisetagebuch, das knapp 1000 Seiten umfasst. Ein interdisziplinäres Team aus Botanikern des Herbarium Haussknecht und Orientalisten mit spezieller Kenntnis des Osmanischen Reiches (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Persiens (Philipps-Universität Marburg) arbeitet an der digitalen Edition dieses Tagebuchs. Die kommentierte Edition stellt einen wichtigen Beitrag zur Wissenschafts-, Kultur- und Rezeptionsgeschichte dieser Region in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts dar und bietet eine virtuelle Verknüpfung von Einträgen in den Reisetagebüchern mit weiteren Sammlungsobjekten sowie Archiv- und Bibliotheksmaterialien, wie Pflanzenbelege mit ihren georeferenzierten Fundorten, historische Landkarten, Briefe, Cartes de visite.

Das Editionsprojekt wird gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - 318862275.

Webseite: haussknecht.thulb.uni-jena.de

Schaufenster Reformation

Das Reformationsportal Mitteldeutschland vereinigt Forschungsergebnisse verschiedener Projekte aus Mitteldeutschland zur Reformationsgeschichte, die in digitaler Form vorliegen. Innerhalb dieses Portals werden unter dem Projekt „Digitales Archiv der Reformation“ rund 100 besonders wichtige und aussagekräftige Dokumente aus staatlichen Archiven der Bundesländer Hessen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen ediert und nach Sachbegriffen geordnet digital angeboten. Sie stellen damit gewissermaßen ein „Schaufenster in die Reformationsgeschichte“ dar.

Das Angebot richtet sich vorrangig an Bildungsträger und historisch interessierte Laien, dient aber natürlich auch der Unterstützung von quellenbasierten wissenschaftlichen Vorhaben. Neben der Abbildung des Originaldokuments werden jeweils die Transkription, eine kurze historische Erläuterung der Entstehungszusammenhänge des Dokumentes und eine Übertragung in modernes Deutsch, in einigen Fällen auch ins Englische angeboten. So werden die Inhalte auch für den heutigen Leser mit geringeren Vorkenntnissen verständlich.

Zur Webseite: digiref.reformationsportal.de

Stammbuch der Walpurgisherren

Das Stammbuch enthält über 300 Namen Erfurter Bürger, welche im Besitz des Braurechts (Biereigen) und zwischen 1625 und 1755 zusogenannten Walpurgisherren erkoren worden waren. Von diesen wurden alljährlich die Bierrufer für das Walpurgisfest (30. April/1. Mai) - daher der volkstümliche Titel Walper - ausstaffiert.

Das Stammbuch besteht vorwiegend aus Protokollen, die diese Vorgänge dokumentieren - ergänzt durch farbige Abbildungen der Bierrufer in Livrée (Dienstkleidung) und Wappen zur Würdigung der Walpurgisherren. Transkribiert sowie mit Personen- und Ortsverzeichnis versehen wurde das Stammbuch aus dem Stadtarchiv Erfurt von Sebastian Ringeis, Pastor i. R. in Erfurt, unter fachlicher Begleitung von Dr. Holger Berg, Odense (Dänemark).

Webseite: walpurgisherren.editionenportal.de